26.09.2018 – Polnische Pfadfinder in Deutschland. Ein Rückblick auf 100 Jahre Geschichte

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Im Rahmen der Interkulturellen Wochen Leipzig (am Mittwoch, den 26.09.2018 um 17.00 Uhr): Rafał Ryszka (Pädagoge, Pfadfinderinstruktor des ZHPpgK und Leiter der Leipziger Pfadfindergruppe) im Gespräch mit Bernd Karwen (Polnisches Institut) …

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Die Geschichte der Pfadfinderbewegung begann 1907 als „Scouting“ in Großbritannien und breitete sich bald in alle Welt aus, denn sie sie verband Jugendliche verschiedener Gesellschaftsschichten, Kulturen, Nationen und Religionen.

Bereits acht Jahre vor der Wiedererlangung der Souveränität Polens 1918 wurden im noch geteilten Polen fast gleichzeitig in Lwów (Lemberg), Warschau oder Kraków erste Pfadfindergruppen gegründet. In seiner Interpretation der „harcerstwo“ (Pfadfinderei) sah der Begründer des polnischen Pfadfindertums Andrzej Małkowski einen besonderen Aspekt, der die polnische von den klassischen Bewegungen abhob: die Unabhängigkeit Polens („harcerstwo to skauting plus niepodległość“ – Pfadfindertum ist Scouting plus Unabhänigkeit). In der Folge wurden in Preußen von polnischen Unabhängigkeitsaktivisten polnische Pfadfindergruppen gegründet. Auf deutschem Gebiet (wie Großpolen, Schlesien, Pommern oder Berlin) wirkten erste polnische Pfadfinder ab 1912.

1918 wurde der Verband polnischer Pfadfinder (ZHP), der heute als größte Pfadfinderorganisation Polens gilt, formal anerkannt. Sein deutsches Pendant ZHPwN (Verband polnischer Pfadfinder in Deutschland) wurde 1925 gegründet.

 
In Leipzig führen Spuren der polnischen Pfadfinderei bis ins Jahr 1932 zurück. Bis 1939 zählte der Verband hier offiziell 425 Mitglieder. In dieser Zeit wirkte die lokale Zelle unter anderem bei einem großen Jugendtreffen in Warschau mit und organisierte ein Sommerlager in Schlesien. Im Dritten Reich wurden die polnischen Jugendlichen durch das Deutsche Jungvolk, den Bund Deutscher Mädel und die Hitlerjugend terrorisiert. Mit dem Zweiten Weltkrieg endete vorerst das Wirken der Leipziger Gruppe.

Heute hat sich eine neu entstandene Pfadfindergruppe nach dem polnischen General Józef Poniatowski benannt. Sie legt Wert auf die deutsch-polnischen Freundschaft und trifft sich regelmäßig zu gemeinsamen Spielen, Pfafinderlager, Wanderungen, Fahrradausflügen und anderen Aktivitäten.

Veranstalter: Polnisches Institut Berlin – Filiale Leipzig in Kooperation mit dem Polnischen Pfadfinderbund in Leipzig (ZHPpgK – Związek Harcerstwa Polskiego działający poza granicami Kraju).

Instytut Polski, 26.09.2018

 

(Fot. B. Setzer / B.Karwen)

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